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VIVALDI  TOOLAREA

SÄGEN · TECHNIK & ANWENDUNG

Auswahlhilfe und Wissensdatenbank: Welches Kreissägeblatt für welchen Werkstoff und Einsatzzweck?

Schnellauswahl nach Werkstoff

→Direkt zu den häufigen Fragen und Antworten 

Werkstoff / Aufgabe

Empfohlene Zahnform bzw. Blattart

Auswahlhinweis

Massivholz längs

FZ mit geringer Zähnezahl; alternativ WZ für feinere Kante

Spanraum und Vorschub haben Vorrang.

Massivholz quer / Rahmen

WZ oder FWZ mit höherer Zähnezahl

Mehr Zähne verbessern die Stirnfläche; Vorschub reduzieren.

Spanplatte/MDF unbeschichtet

Formatblatt WZ

Universal für Längs- und Querschnitt.

Einseitig beschichtete Platte

Feinschnitt-/Formatblatt WZ; Gutseite passend zur Maschine orientieren

Bei hoher Oberflächenanforderung Probenschnitt durchführen.

Beidseitig beschichtete Platte ohne Vorritzer

HZ/DZ oder spezielle hohe WZ-Geometrie mit leicht negativem Spanwinkel und minimal gefaster Kante

Maschinenrundlauf und Schnitthöhe entscheiden über die Unterkante.

Beidseitig beschichtete Platte mit Vorritzer

FZ/TR-Hauptsäge plus exakt abgestimmte Ritzsäge

Ritzbreite minimal größer als die Hauptschnittbreite einstellen.

Multiplex / Furnier

Feinschnitt-WZ; bei beidseitig empfindlicher Oberfläche Vorritzer oder Spezialblatt

Furnierfasern erfordern scharfe Schneiden und ruhigen Vorschub.

Corian® / Mineralstoff

TRFF-Mineralstoffblatt

Abrasiver Werkstoff: Wärme, Spanabfuhr und Standzeit beachten.

Aluminiumprofil dünnwandig

TR/FZ mit negativem Spanwinkel

Profil sicher spannen; geeignete Zähnezahl gegen Einhaken wählen.

Aluminiumprofil stärker

Trapez-Flach mit positiver Auslegung, sofern Maschine und Vorschub passen

Nur mit sicherer Spannung und Freigabe der Maschine.



Sägeblatttypen im Detail

1. Holzbasierte und beschichtete Plattenwerkstoffe

Sägeblatttyp

Zahnform / Auslegung

Werkstoffe

Schnitt / Einsatz

Geeignete Maschinen

Stärken und Grenzen

Shop-Link

Format-Sägeblatt

WZ, mittlere Zahnreihe; meist +10°

Spanplatte, MDF, Multiplex, OSB, Verbundwerkstoffe

Universelle Längs- und Querschnitte; Formatschnitt

Tisch- und Formatkreissäge

Guter Allrounder. Für empfindliche, beidseitige Beschichtungen ist meist eine spezielle Geometrie oder ein Vorritzer besser.

LU2B

Format-/Feinschnittblatt

WZ, hohe Zahnreihe; ca. +5° Spanwinkel

Furnierte Spanplatte, MDF, Holzplatten, Verbundwerkstoffe

Feine Format- und Querschnitte

Formatkreissäge, stationäre Sägetische

Sehr saubere Kante; mehr Zähne bedeuten höheren Vorschubwiderstand und verlangen saubere Führung.

LU2C

Feinschnitt-Sägeblatt

WZ, hohe Zähnezahl

Holzplatten, furnierte Platten, MDF, ausgewählte Massivhölzer

Feinste Quer- und Ablängschnitte

Formatkreissäge, Handmaschine je Ausführung

Hohe Oberflächengüte. Nicht erste Wahl für schnellen, tiefen Längsschnitt in Massivholz.

LG2C

HZ/DZ-Sägeblatt

Hohlzahn/Dachzahn, positiv

Beidseitig melamin-, folien- oder papierbeschichtete Platten

Formatschnitt ohne Vorritzsägeblatt

Tisch- und Formatkreissäge

Sehr gutes Finish ohne Vorritzer. Maschine muss spielfrei laufen; Blatt passend zur Schnitthöhe wählen.

LU3B

HZ/DZ-Sägeblatt

Hohlzahn/Dachzahn, ca. −5°

Beidseitig beschichtete Span- und MDF-Platten

Ausrissarme Format- und Querschnitte ohne Vorritzer

Tisch- und Formatkreissäge

Ruhiger Eintritt und saubere Kanten; höherer Schnittdruck als bei positiver Auslegung.

LU3C

PCD Universalblatt

Hohlzahn

Beidseitig beschichtete Platten, furnierte Span-/MDF-Platten, Verbundstoffe, Massivholz

Feinstschnitt mit sauberer Ober- und Unterseite

Tisch- und Formatkreissäge

Gute Lösung ohne Ritzaggregat; korrekte Schnitthöhe, Drehzahl und ruhige Werkstückführung sind entscheidend.

LC71D

Plattenaufteilsäge

FZ/TR (Flach-/Trapezzahn), positiv

Beschichtete und unbeschichtete Plattenstapel

Serienmäßiger Plattenzuschnitt

Liegende Plattenaufteilsägen, z. B. Holzma-Ausführungen

Hohe Stabilität und gute Schnittqualität; Bohrung, Nebenlöcher, Schnittbreite und Vorritzer exakt abstimmen.

LSBX

PCD/DIA-Ritzsäge

Konischer FZ; PKD-Bestückung

Beschichtete Span-/MDF-Platten

1–2 mm tiefes Vorritzen gegen Ausrisse

Plattenaufteilsäge mit Ritzaggregat

Sehr lange Standzeit. Ritzbreite muss genau zur Hauptsäge passen; fachgerecht nachschärfen lassen.

LI11D

2. Massivholz, Rahmenbau und Zimmerei

Sägeblatttyp

Zahnform / Auslegung

Werkstoffe

Schnitt / Einsatz

Geeignete Maschinen

Stärken und Grenzen

Shopware-Link

Längsschnitt-Sägeblatt

FZ/WZ, geringe Zähnezahl; positiver Spanwinkel

Weich- und Hartholz längs zur Faser

Schnelles Auftrennen und Besäumen

Formatkreissäge

Großer Spanraum, leichter Vorschub. Quer zur Faser entsteht eine deutlich gröbere Schnittfläche.

LP70M

Längsschnitt-Sägeblatt

WZ, positiv; teils schmale Schnittbreite

Weich-, Hart- und Tropenholz; teils Platten

Längsschnitt mit besserer Oberfläche, je nach Ausführung auch Querschnitt

Formatkreissäge, Handmaschine

Sauberer als FZ und geringer Schneiddruck bei Dünnschnittausführung; Spanraum kleiner als beim reinen FZ-Blatt.

LU1H

Auftrennsäge

WZ + HW-Räumer

Trockenes Weich- und Hartholz bis ca. 15 % Feuchte

Auftrennen im Durchlauf

Mehrblattsäge, Vierseitenhobelmaschine

Guter Spanabfluss und saubere Führung. Nicht für nasses Holz oder empfindliche Plattenoberflächen vorgesehen.

LM04

Auftrennsäge

FZ + HW-Räumer

Weich- und Hartholz, auch über 10 % Holzfeuchte je Ausführung

Leistungsstarkes Aufteilen

Mehrblattsäge, Vierseitenhobelmaschine

Große Spanräume und robuste Auslegung; Schnittbild gröber als bei hoher WZ-Zähnezahl.

LM05

Auftrenn-
Dünnschnittsäge

WZ + Räumer; reduzierte Schnittbreite

Trockenes Weich- und Hartholz

Materialsparendes Auftrennen

Mehrblattsäge, Vierseitenhobelmaschine

Weniger Verschnitt und Schneiddruck. Besonders sorgfältige Blattführung und Maschineinstellung erforderlich.

LM03

Hobelschnittsägeblatt

FZF

Trockenes Weich- und Hartholz bis ca. 15 % Feuchte

Aufteilen mit sauberer Schnittkante

Formatkreissäge

Saubere Sichtfläche,
auch für Verleimungen

LU1G

Rahmen- und Profil-Ablängsägeblatt

WZ, hohe Zähnezahl

Weichholz, Hartholz, MDF; lackierte oder gekreidete Profile

Querschneiden von Rahmen und Profilen

Formatkreissäge, Doppelkopfgehrungssäge

Splitterfreie Sichtflächen und gute Passung; Werkstück sicher spannen.

LU1l

Querschnitt-Sägeblatt

FWZ, sehr hohe Zähnezahl

Massivholz, Rahmen, Profile

Saubere Quer-, Kapp- und Gehrungsschnitte

Format-, Kapp- und Gehrungssäge

Sehr saubere Stirnfläche. Für schnellen Längsschnitt ungeeignet und bei zu hohem Vorschub überlastungsgefährdet.

LU1L

Baustellen-/
Zimmererblatt

WZ,
robuste Auslegung

Bauholz, Weich- und Hartholz; je Ausführung auch Nägel/Klammern

Längs- und Querschnitt auf der Baustelle

Tisch-, Kapp- oder Handkreissäge je Blatt

Robust und vielseitig.

LU1B
LU1L

3. Mineralwerkstoff, Kunststoffe und NE-Metalle

Sägeblatttyp

Zahnform / Auslegung

Werkstoffe

Schnitt / Einsatz

Geeignete Maschinen

Stärken und Grenzen

Shopware-Link

Mineralstoff-Sägeblatt

TRFF: Trapez-/Flach-/Fasezahn

Corian®, harte homogene und abrasive Mineralwerkstoffplatten

Präzise Format- und Gehrungsschnitte

Format- und Gehrungssäge

Sehr gute Oberfläche und Standzeit in abrasivem Material; keine Standard-Holzzahnform verwenden.

LU4D

PCD Universal-Sägeblatt

PKD-Hohlzahn, spandickenbegrenzt

Furnierte/HPL-/folienbelegte Platten, Tischlerplatte, Thermoplaste; Massivholz zum Ablängen

Längs- und Querschnitt mit geringem Schneiddruck

Tisch- und Formatkreissäge mit guter Führung

Leise und extrem standfest. Laut Shop nicht für stehende Plattensägen; PKD-Service erforderlich.

LC71D

Aluminium-/NE-Sägeblatt

TR/FZ, negativer Spanwinkel

Dünnwandige Aluminium- und NE-Profile/Rohre bis etwa 3 mm

Kontrollierter Schnitt von oben

Kapp- und Gehrungssäge mit sicherer Spannung

Negativer Spanwinkel vermindert Selbsteinzug. Werkstück fest spannen; geeignete Schmierung/Absaugung beachten.

LU5D

Aluminium-/NE-Sägeblatt

TR/FR bzw. Trapez-Flach, ca. +10°

Aluminium, NE-Metalle, extrudierte Profile ca. 2–10 mm

Produktiver Profil- und Plattenzuschnitt

Kapp- und Gehrungssäge, mechanischer Vorschub je Ausführung

Leistungsfähiger Schnitt; sichere Spannung und exakt zur Wanddicke passende Zähnezahl sind zwingend.

LU5A

 

4. Mobile Sägen

Sägeblatttyp

Zahnform / Auslegung

Werkstoffe

Schnitt / Einsatz

Geeignete Maschinen

Stärken und Grenzen

Shopware-Link

Hand-/
Tauchkreissägeblatt

WZ, Zähnezahl nach Schnittart

Massivholz, Plattenwerkstoffe, beschichtete Platten je Ausführung

Mobiler Längs-, Quer- oder Feinschnitt

Handkreissäge, Tauchsäge

Niedrige Zähnezahl für Längsschnitt, hohe Zähnezahl für feine Querschnitte. Drehrichtung, Bohrung und zulässige Drehzahl prüfen.

FR02

 

Zahnformen kurz erklärt

Kürzel

Bedeutung und typische Anwendung

FZ

Flachzahn – großer Spanraum, robust, besonders für Längsschnitt und Vorritzaufgaben.

WZ

Wechselzahn – universelle Geometrie für saubere Längs- und Querschnitte in Holz und Holzwerkstoffen.

HZ/DZ

Hohlzahn/Dachzahn – Spezialgeometrie für ausrissarme Schnitte in beidseitig beschichteten Platten, oft ohne Vorritzer.

TR/FZ bzw. FZ/TR

Trapez-/Flachzahn – abwechselnde Zahnfolge für Plattenwerkstoffe, Aluminium oder Kunststoffe, abhängig von Auslegung und Spanwinkel.

FWZ

Flach-/Wechselzahn-Kombination für hochwertige Querschnitte und Sichtflächen.

TRFF

Trapez-/Flach-/Fasezahn – Spezialschliff für harte, homogene Mineralwerkstoffe.

PKD/PCD/DIA

Polykristalliner Diamant – sehr hohe Standzeit in abrasiven Werkstoffen und Beschichtungen; spezieller Schärfservice nötig.

Spanwinkel

Positiv = leichter, produktiver Schnitt;   
Negativ = kontrollierter Eintritt und weniger Selbsteinzug, aber höherer Schnittdruck.

Auswahl- und Beratungsregeln 

·         Werkstoff und die Beschichtung klären: Massivholz, unbeschichtete Platte, einseitig oder beidseitig beschichtet, Mineralstoff, Kunststoff oder NE-Metall.

·         Danach Schnittart festlegen: längs, quer, Format, Gehrung, Auftrennen, Schneiden im Paket oder Vorritzen.

·         Maschine und Aufnahme prüfen:
maximaler Durchmesser, Bohrung, Nebenlöcher/Keilnuten, Drehrichtung, zulässige Drehzahl event. vorhandenes Ritzaggregat.

·         Zähnezahl wählen: Zu wenige Zähne verschlechtern die Oberfläche; zu viele Zähne erhöhen Wärme, Schnittdruck und Standweg.

·         Schnittbreite, Stammblattdicke und Ritzbreite gemeinsam betrachten. Beim Vorritzen muss die Ritzfuge zur Hauptsäge passen.

·         Bei Sonderwerkstoffen oder unklarer Maschine immer Materialdicke, Drehzahl, Vorschub und Maschinentyp abfragen und eine technische Freigabe vornehmen.